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Kessler, Herbert.

Philosophie als Lebenskunst.

1998. 416 S. 39,50 Euro. 16 x 24 cm. Fb. 3-89665-054-8.
(Academia Philosophie Bd. 43)

Die Philosophie der Lebenskunst denkt über die Selbstbildung zur Humanität nach. Diese Selbstbildung setzt eine Kritik der sprachlichen Weltansicht und des Naturalismus voraus, der eigenen Geschichtlichkeit bewußt. Die "Natur" ist keine Instanz; sie ist moralisch blind, erbarmungslos, gleichgültig. Der mündige Staats- und Weltbürger engagiert sich in seiner Lebenswelt, soweit sein Gewissen es toleriert (Husserls "Lebenswelt" wird kritisch rezensiert). Vollkommenheit, Ganzheit ist allem Irdischen versagt; geboten ist uns die Vervollkommnung, das Besser-werden, Besser-machen. Die Natur- und die Kulturwissenschaft erlangen in der Lebenskunst als Orientierungshilfe die Bedeutung zurück, die ihnen der Positivismus und Historismus genommen haben.

Die neuzeitliche Ich-Philosophie wird von Descartes über Hume zu Kant und Fichte sowie zu Husserl und Scheler in ihren Schwankungen analysiert. Die Manifestationen dürfen den Blick auf das primäre oder Ur-Ich (Reininger) nicht verstellen. Schon Platon hat den inneren Dialog hervorgehoben. Das Ich ist in diesem Zwiegespräch mit sich selbst da (Buber leitet es statt dessen aus der Beziehung zum Du des Anderen ab). Es ist der Keim des menschlichen Geistes, als Wille ist es weltoffen, für das Nicht-Ich Subjekt. Und doch beherrscht es nicht einmal das ganze Individuum, so locker ist es inkarniert

Ich- und Welt-Philosophie vertragen sich in einem polaren Spannungsgefüge, das jedem Pol das Seine verleiht und beiden gemeinsam das synergetische Produkt; es ist eine Kraftquelle erfolgreicher Selbst- und Weltgestaltung. Das Philosophieren wird hierbei zur Lebenskunst.

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